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Ausbeutung Billig-Airlines

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"Ausbeutung gehört bei Ryanair zum Geschäftsmodell"

Die Gründerin des Unternehmens refund.me spricht harte Vorwürfe gegen den Ryanair-Chef Michael O'Leary aus. Eigentlich könnte sie sich über sein Handeln aber freuen.

Seit 1993 führt Michael O'Leary das Unternehmen Ryanair, und zwar nicht unerfolgreich. Immerhin ist die Airline seit dem zur größten europäischen Airline herangewachsen. Keine andere Airline befördert in Europa mehr Passagiere.

Der Weg dorthin wurde immer wieder von O'Learys provokanten Aussagen begleitet. So sollen Stehplätze im Flugzeug kein Problem sein, Zusatzkosten für den WC-Besuch im Flieger sind für ihn vorstellbar. Auch die Idee einer Extra-Abgabe für dickere Menschen wurde von Michael O’Leary ins Spiel gebracht.

Keiner dieser Vorschläge wurde bei Ryanair bisher umgesetzt. Man kann sich aber gut vorstellen, wie in einem Unternehmen mit solch einer Führung gearbeitet wird, um Kosten einzusparen.

 

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Das prangert auch die Gründerin des Start-Ups refund.me, Eve Büchner, in einem offenen Brief an Michael O’Leary an. Mit ihrem Unternehmen unterstützt sie Flugpassagiere, die unrechtmäßig behandelt wurden. Und davon gibt es laut Eve Büchner bei Ryanair besonders viele.

 

Bucht man einen Flug, schließt man einen Beförderungsvertrag mit der Airline ab. Dieser Vertrag beinhaltet auch die Einhaltung der sogenannten Fluggastrechte. Dabei handelt es sich um eine EU-Verordnung, die zum Beispiel definiert, welche Entschädigung Passagieren bei der Verspätung ihres Flugs zusteht. Bis zu 600 € sind möglich.

 

 

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Viele Passagiere haben wenig Überblick über die Rechtslage und wenig Lust auf einen Papierkrieg mit einer Airline. Darum sprießen immer mehr Unternehmen aus dem Boden, die sich um solche Fälle annehmen. Gegen einen Anteil der Entschädigung kümmern sich Webseiten wie fairplane.at, flightright.at oder euflight.de um die Angelegenheiten.

 

Genau so arbeitet auch das Unternehmen refund.me von Eve Büchner. Sie profitiert sozusagen vom Versagen Michael O’Learys. Denn je schlechter seine Airline organisiert ist, um so mehr verspätete und ausgefallene Flüge gibt es. Die Freude darüber hält sich bei Eve Büchner aber in Grenzen:

 

„Wenn die Ausbeutung von Mitarbeitern so klar zum Geschäftsmodell gehört und die häufigen Verspätungen ganz augenscheinlich miteinkalkuliert werden, ist das schäbig.“
Offener Brief von Eve Büchner

 

Sie fordert von Michael O’Leary eine gewisse Fairness den Menschen gegenüber, die darauf vertrauen, dass sie von seiner Airline pünktlich und sicher an ihr Reiseziel gebracht werden.

Auch offiziellere Stellen wie der Berufsverband der Piloten und Flugingenieure, die "Vereinigung Cockpit e.V." werfen Ryanair Ausbeutung vor. Die Piloten der Airline sollen neue Arbeitsverträge unterschreiben, laut denen sie im Krankheitsfall die Zeit nacharbeiten müssen. Auch Zwangsbeurlaubung ohne Bezahlung wäre mit diesen Verträgen möglich.

 

Damit bleibt die Frage, wie lange das Geschäftsmodell von Ryanair erfolgreich sein kann, wenn die Zufriedenheit der Mitarbeiter und vor allem der Passagiere dabei auf der Strecke bleiben. 

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