Die irrsten Hotels der Zukunft - ichreise

Höher, schöner, irrer: Noch nicht einmal gebaut, begeistern uns diese Hotels jetzt schon!

In ganz Europa gibt es aktuell ca. 1500 neue Hotelbaustellen  – ein klarer Beweis, dass die Wirtschaftskraft eines Landes auf die Entwicklung des Tourismus wirkt. Weltweit sollen rund 6700 neue Hotels in der Planung sein. Die meisten davon werden wohl eher in die Kategorie „0815“ fallen, doch es gibt auch viele aufregende Projekte. Einige davon wollen wir hier vorstellen:

 

Terminal-Hotel in New York

 

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Wer erinnert sich noch an die Fluglinie TWA? Diese ist 2001 in American Airlines aufgegangen. Ein Relikt dieser Airline ist der TWA-Terminal am New Yorker Flughafen John F. Kennedy (JFK), der 1962 eröffnet wurde und damals als Nonplusultra galt. Seit 2001 steht das auffällige Gebäude leer, nun soll dort ein Hotel entstehen. Der Terminal wurde von der Billigfluglinie JetBlue gekauft, die aber den historischen Part nicht nutzt, sondern einen eigenen, neuen Terminal 5 errichtet hat. Nun soll das vom finnischen Architekten Eero Saarinen entworfene Gebäuden in ein Hotel mit mehr als 500 Zimmern umgewandelt werden; es soll auch zwei Anbauten geben. Diverse Restaurants, Konferenzräume und eine Aussichtsplattform sollen ebenfalls entstehen. Geplanter Eröffnungstermin ist 2018.

Übrigens wurde das Gebäude im Film „Catch Me If You Can“ verwendet, in dem Leonardo DiCaprio den Hochstapler Frank W. Abagnale spielt. 

 

Grünes Hotel in Dubai

 

Die Arabischen Emirate galten bisher nicht unbedingt als Vorbilder in Sachen Umweltschutz. Das könnte sich in den nächsten Jahren aber ändern, denn es entstehen in Dubai und Abu Dhabi einige Stadtviertel, die in dieser Hinsicht weltmeisterlich sein sollen. So wird die so genannte „Sustainable City“ in Dubai ausschließlich mit Solarenergie versorgt, außerdem wird recycletes Wasser verwendet und es soll organische Landwirtschaft geben. Neben Wohnungen, Einkaufszentren und Büros wird es dort auch Hotels geben – zum Beispiel das Hotel Indigo, das von der Intercontinental-Gruppe betrieben wird und in der ersten Jahreshälfte 2017 aufsperren soll. Dem Motto des neuen Dubaier Gebiets entsprechend, soll das Haus in Sachen Umweltschutz vorbildhaft sein: Solarenergie, Wiederverwendung des verbrauchten Wassers und Müll-Recycling sollen grüne Reisende erfreuen. Wem das zu wenig ist: Das Hotel soll auch in punkto Design außergewöhnlich werden.

 

Hoch hinaus auf der Palme 

 

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Bleiben wir in Dubai, dem derzeit sicherlich aufregendstem Hotelmarkt der Welt: Ein f52 Stockwerke hohes Hotel soll auf der bekannten Palme, der künstlichen Insel im Arabischen Golf, entstehen: Der „Palm Tower“ ist natürlich ein Fünf-Sterne-Haus und ist eines von zehn Tourismusprojekten der Nakheel-Gruppe. 290 Zimmer und diverse Verpflegungs- und Vergnügungsvarianten wird es in dem Gebäude geben; außer den Hotelzimmern soll es auch Appartements geben. Die Preise werden exorbitant hoch sein, die Nachfrage dennoch hoch. Der Bauboom in dem Emirat scheint jedenfalls ungebrochen, nach einigen weniger guten Jahren während der Wirtschaftskrise geht es jetzt rascher als zuvor ans Planen und Bauen. Touristen kann das nur recht sein.

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Luxusresort auf den Malediven

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40 Minuten wird der Flug von Malé, der Hauptstadt der Malediven, bis ins neueste Luxusresort dieser Inselgruppe dauern: Die Starwood-Hotelgruppe eröffnet dort nächstes Jahr ein Hotel ihrer St. Regis-Marke. Das „St. Regis Vommuli Resort“ im Dhaalu Atoll wird 77 Villen bieten, dazu wird es vier Restaurants, eine Bar und einen Spa-Bereich geben. Es gibt auch ein „Activity Center“ für jene Gäste, die mit sich selbst nichts anzufangen wissen. Die Architektur ist jedenfalls im typischen Malediven-Style, was nicht schlecht sein muss. Unterscheidungsmerkmal zu den vielen anderen Resorts werden auch eher die Dienstleistungen im St. Regis sein.

 

Hotel statt Bergwerk

 

Ein ehemaliges Bergwerk soll in ein Luxushotel umgewandelt werden – das Ganze geschieht rund 35 Kilometer vor den Toren Shanghais. Der chinesische Immobilienentwickler Shimao hat schon 2006 gemeinsam mit dem britischen Design- und Beratungsunternehmen Atkins ein entsprechendes Konzept vorgelegt: das Hotel mit rund 390 Zimmern wird zum Teil unter der Erdoberfläche liegen und soll von der Intercontinental-Gruppe geführt werden. Das „Shimao Shanghai Wonderland“ wird auch Restaurants im Berginneren haben, die Gäste werden auf ein Aquarium blicken. Da gigantomanische Hotelprojekte von der Entwicklung der Weltwirtschaft nicht ganz unabhängig sind, wurde der Baubeginn bereits mehrmals verschoben und recht viel tut sich auch derzeit auf der Baustelle nicht. Allerdings stehen die Chancen, dass das in den nächsten Jahren fertiggestellt wird, dennoch gar nicht so schlecht. 

 

Größtes Hotel der Welt: Abraj Kudaj

 

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Das exakte Gegenteil eines Boutique-Hotels mit individuellem Charme entsteht derzeit in Mekka: 10.000 Zimmer und 70 Restaurants soll das Hotel Abraj Kudai haben, das übernächstes Jahr aufsperren wird – es wäre dann das größte Hotel der Welt. Die Baukosten dieses Monstrums liegen angeblich bei 3,6 Milliarden Dollar, das Geld vom vom saudischen Finanzministerium, sollte also kein Problem sein. Kein Wunder, wird die Tourismusfestung doch zwölf Türme haben, die bis zu 45 Stockwerke hoch sind. Natürlich wird es überdimensionale Konferenzräume, ein bombastisches Einkaufszentrum und riesige Verpflegungshallen geben. Fünf Stockwerke des Hotels werden exklusiv für die saudische Königsfamilie reserviert bleiben.

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Edinburgh St. James

 

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Das typische 08/15-Hotel mit der üblichen Außenfassade und geradlinig-langweiligem Design wird kaum jemanden aufregen. Außergewöhnliche Hotelprojekte hingegen sorgen schon in der Planungsphase für Erregung der Öffentlichkeit. Das gilt auch für ein Hotel, das in Edinburgh entstehen soll und Teil des St. James-Centers sein soll. Das Haus mit 210 Zimmern, verteilt auf zwölf Stockwerke, wird in britischen Medien als „Ribbon“-Hotel bezeichnet, weil es in Bronze-Bänder eingewickelt wird; angeblich sind die Hotelmarken „W“ und Four Seasons interessiert. Der gesamte Gebäudekomplex soll außerdem Luxusappartements, Geschäfte, Restaurants und ein Kinocenter umfassen, all das soll 2020 fertiggestellt sein. Allerdings gibt es Befürchtungen, das Hotel könne das Stadtbild von Edinburgh zerstören – die Diskussion kennen Wienerinnen und Wiener ja noch vom Haas-Haus am Stephansplatz. Heute stößt sich kein Mensch mehr daran…

 

MahaNakhon Bangkok

 

Wolkenkratzer gibt es in Bangkok schon einige, mit dem MahaNakhon kommt ein weiterer hinzu: Der im Geschäftsviertel der thailändischen Stadt gelegene Turm mit 77 Stockwerken (rund 314 Meter Höhe) soll Hotelappartements der Marke Ritz-Carlton Residences beherbergen. Das Skelett des Turms steht seit einigen Wochen, die Umsetzung ist also – im Gegensatz zu anderen Hotelprojekten – sichergestellt. Der MahaNakhon wird das höchste Gebäude des Landes sein, die exklusiven Wohnungen können gemietet oder auch gekauft werden. Außergewöhnlich wird dann wohl nicht nur das „verpixelte“ Äußere des Wolkenkratzers sein, sondern auch das Preisniveau für Gäste.