Invisible Train: Japaner bauen unsichtbaren Schnellzug - ichreise

Dieser Zug passt sich seiner Umgebung an – wie ein Chamäleon.

Schon im Jahr 2018 soll die neue Generation von Zügen, die sich ihrer Umgebung anpasst, und so nahezu unsichtbar ist, zur Realität werden. 

Ziel ist es, dass sich die Züge optisch in die Landschaft einfügen, heißt es seitens des japanischen Eisenbahnunternehmens Seibu Railway. Sie sollen sowohl mit städtischen als auch mit ländlichen Umgebungen verschmelzen. Dies gelingt durch die Beschaffenheit der Waggons: So soll die Außenhaut halb transparent, halb verspiegelt gestaltet werden. Das Material reflektiert alles, was am Wegesrand steht, so dass sich Farben und Formen auf den Zügen wiederfinden – ein Zug wie ein Chamäleon eben.

 

Bekannte Architektin für Design verantwortlich

 

Umgesetzt hat die Idee die renommierte japanische Architektin Kazuyo Sejima. Der neue Schnellzug ist ihr erstes Projekt dieser Art, berühmt sind vor allem ihre Entwürfe für Museen – unter anderem hat sie den Louvre-Ableger im nordfranzösischen Lens gestaltet, das New Museum of Contemporary Art in New York, aber auch den Zollverein-Kubus, ein Hochschulgebäude in Essen.

Einen Zug zu designen empfand sie als spannende Herausforderung. “Der Unterschied zu einem Gebäude besteht darin, dass er ständig den Ort wechselt”, sagt Sejima. “Er reist durch eine Vielzahl von Landschaften, von den Bergen bei Chichibu bis ins Zentrum von Tokio.” Die 60-jährige Pritzker-Preisträgerin wollte, dass der Zug und das Gebiet, durch das er fährt, nebeneinander bestehen können, ohne sich zu stören. Abgesehen von den besonderen Materialien, aus denen die Karosserie besteht, habe die Architektin einen “sanften, geschmeidigen Entwurf” geliefert, wie seitens Seibu Railway mitgeteilt wurde.

 

Sieben Züge für 81 Millionen Euro

 

Von dem neuen Modell sollen in den Jahren 2018 und 2019 insgesamt 56 Wagen in Betrieb genommen werden – es wird sieben Züge mit jeweils acht Waggons geben. Sie sollen die neuen Flaggschiffe des Unternehmens werden und den sogenannten Red Arrow (auf Deutsch: Roter Pfeil) ablösen, der derzeit auf einem knapp 180 Kilometer großen Schienennetz in Japan unterwegs ist. Als Investitionssumme werden umgerechnet mehr als 81 Millionen Euro kolportiert.