So isst es sich im vermutlich strengsten Lokal der Welt - ichreise

Das Nihonryori Ryugin in Tokio ist eines von weltweit über 100 Restaurants mit 3 Michelin Sternen. Wer die hohe Kochkunst genießen will, muss sich an strenge Regeln halten.

Mit mehr als 12 Drei-Sterne Restaurants hat Tokio die Hauptstadt der Haute Cuisine Paris längst abgelöst. Eines dieser hochnoblen Etablissements ist das Nihonryori Ryugin. Hier sind nicht nur die Speisen hochexklusiv, auch die Bedingungen unter denen man hier dinieren darf sind ganz besonders. 

Wer im Nihonryori Ryugin essen will, muss folgende Regeln einhalten

 

 Die Regeln:

  • Mitnahme von eigenen Getränken – Sake – o.ä ist untersagt (verständlich)
  • Während des Essens das Restaurant zu verlassen um zu Rauchen ist untersagt
  • Genauso verboten ist es, das Smartphone zu benutzen (telefonieren, fotografieren etc.)
  • Fotografiert werden darf generell nicht (etwas verwunderlich, da auf Tripadvisor einige Fotos des Essens kursieren) 

Das Restaurant erklärt sich damit, dass bei dem Versuch zu Fotografieren ( ob mit teurer Kamera oder Smartphone) beides um- oder runterfallen und entweder das Essen oder die Möbel zerstören kann. Vor allem letzteres würde dazu führen, dass die Belegschaft „in Tränen aufgelöst“ wäre. 

Da das Restaurant eine genaue Abfolge von Menüs hat, auf die eben auch der Service beruht, sind Unterbrechungen wie Raucherpausen unerwünscht. Man könne sonst die versprechende Gaumenfreude nicht mehr garantieren und würde den Genuss des Zubereitens und Servierens, so wie das Genießen des Essens selbst zerstören.

Weitere Regeln:

 

  • Der Dresscode besagt: T-Shirts und kurze Hosen sind Tabu. Ebenso wenig erlaubt sind Sandalen.
  • Kinder unter 10 Jahren sind nicht gestattet. Und die mitgebrachten Kindern über 10 müssen in der Lage sein, die Portionsgröße der Erwachsenen problemlos essen zu können.
  • Speisen einpacken zu lassen und mit nach Hause zu nehmen ist übrigens auch verboten.

Genau so wenig Toleranz wie für Lärm oder Unordnung hat das Restaurant auch für besondere Essenswünsche. 
Da sich das Restaurant auf seine japanischen Wurzeln beruft und diese auch beibehalten möchte, ist es schlicht unmöglich auf gewisse Bestandteile der Küche zu verzichten.

Wer kein Fisch verträgt, ausschließlich vegetarisch speist, Probleme mit Soja oder den Bestandteilen hat oder andere Sonderwünsche hegt, ist als Gast in dem Restaurant nicht geeignet. Allergiker werden gebeten die betreffenden Lebensmittel dem Restaurant zeitnah mitzuteilen  damit für Ersatz gesorgt werden kann. Falls das nicht möglich ist, wird eben nur ein Teil des vorgesehenen Menüs serviert. Das Restaurant bittet aber auch inständig darum, dass Gäste mit einer Vielzahl von Allergien gänzlich auf eine Reservierungsanfrage verzichten. 

 

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Wer überhaupt ein Platz in dem Restaurant ergattern will, kann das natürlich auch nicht so leicht. Es gibt lediglich 24 Sitzplätze, die jeweils nur am 1. des betreffenden Monats für den jeweiligen Monat reserviert werden können. Bei Reservierungen von Touristen oder Ausländern bittet das Restaurant darum, Tischreservierungen nur vom Hotel vornehmen zu lassen, in dem der Besucher unterkommt. 

 

  • Wer die Reservierung nicht wahrnehmen kann, muss bis 18 Uhr absagen. Ansonsten wird eine Geldstrafe fällig. Etwa 160 € muss man in diesem Fall Pro Person berappen. 
  • Wer ungeachtet seiner Reservierung weitere Personen mitbringt, muss damit rechnen, dass diese wieder Heim geschickt werden  

 

Das Menü besteht aus traditionellen japanischen Gerichten und kostet umgerechnet etwa 225€.

Besucher schwärmen jedoch für die Art und Weise der Zusammenstellung und Anrichtung der Gerichte und geben sogar an, noch nie zuvor so gut gegessen zu haben.